AB-Gemeinschaft

"Heute um 14.00 Uhr treffen sich die Mitglieder des A.B.-Vereins im David-Chytraeus-Saal. Sie sind alle herzlich eingeladen." Wie oft wurden diese Sätze im Rahmen der Abkündigungen zum Abschluß eines Gottesdienstes vom Pfarrer oder einem Mitglied des Kirchengemeinderates verlesen? Haben nicht auch Sie sich schon gefragt, was sich hinter diesem "A.B.-Verein" eigentlich verbirgt?
Der Name dieser Gemeinschaft lautet richtig "Evangelischer Verein für innere Mission Augsburgischen Bekenntnisses e.V." und hat den Zweck, evangelisch-christliches Leben zu wecken, zu pflegen und zu fördern. Er stützt sich auf das Augsburger Bekenntnis (1530), auch Augsburgisches Bekenntnis (Confessio Augustana).

Was ist das "Augsburger Bekenntnis"?

Es ist das Bekenntnis, das Philipp Melanchthon  für den Reichstag zu Augsburg verfasste und am 25. Juni 1530 vor Reichstag und Kaiser verlas. Es ist gleichzeitig die wichtigste Bekenntnisschrift der reformatorischen Kirche. Der Augsburger Reichstag 1530 sollte zu einer Klärung der Glaubensfrage zwischen Protestanten und Katholiken führen. Philipp Melanchthon verfasste dazu das Augsburger Bekenntnis. Das war eine Zusammenfassung der Lehre Martin Luthers. Sie wurde auf dem Augsburger Reichstag vorgetragen und war schließlich die Grundlage der lutherischen Kirche. Die 28 Artikel hatten Kritik an den kirchlichen Missständen zum Inhalt und stellten die Gemeinsamkeiten von Protestanten und Katholiken heraus. Das Augsburger Bekenntnis war ein Versuch die Gemeinsamkeit der Kirche wieder herzustellen, was jedoch nicht gelang.

In seiner heutigen Form besteht das Augsburger Bekenntnis aus 28 Artikeln, von denen die ersten 21 die Lehre von Martin Luther  darlegen, insbesondere seine Lehre von der Rechtfertigung. Die restlichen Artikel befassen sich mit den (abgestellten) Missbräuchen der Katholischen Kirche. Das Augsburger Bekenntnis gehört seit 1535 zu den Grundlagen der reformierten Kirchen.

Klicken Sie hier, um die Artikel des Augsburger Bekenntnisses zu lesen.

Übrigens ist der Inhalt des Augsburger Bekenntnisses auch im Evangelischen Gesangbuch unter der Nr. 885 abgedruckt.

Zur Geschichte des AB-Vereins

Zum Geburtsort des heutigen A.B.-Vereins wurde die Studierstube des damals 30-jährigen Priesters Aloys Henhöfer  in Mühlhausen bei Pforzheim. 1823 wurde Henhöfer evangelischer Pfarrer in Graben und vier Jahre später in Spöck. Gott ließ durch ihn eine kräftige Erweckungsbewegung entstehen. Die Erweckten schlossen sich auf seinen Rat zu Gemeinschaften zusammen.

"Gemeinschaften kann man nicht gründen. Sie können nur entstehen. Die Ursache ist die Wirkung des Heiligen Geistes."

Dieses Wirken des Heiligen Geistes erfasste im Jahr 1843 auch Diedelsheim als erste Gemeinde im Bezirk Bretten. Die Menschen waren damals der Vernunftreden der Kirche müde geworden und gingen deshalb in die Häuser zu Privatversammlungen, um das Wort Gottes zu hören.
Am 24. Januar 1849, in einer Zeit also wo heftige Revolutionswirren die Bevölkerung der deutschen Länder, insbesondere auch in Baden, beunruhigten, schlossen sich die entstandenen Gemeinschaften in Durlach zusammen und gründeten den A.B.-Verein.

Die Gottheit Christi war damals und ist wohl auch heute noch umstritten. Deshalb stützt man sich auf das Augsburgische Bekenntnis und seinen dritten Artikel:

"Jesus Christus, wahrer Gott und Mensch, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden." 

Das Wort Gottes hören und darüber reden ist auch heute noch der Mittelpunkt jeder Zusammenkunft.

Deshalb:

Alle, die dem A.B.-Verein angehören würden sich freuen, auch SIE begrüßen zu dürfen, wenn es wieder heißt: "Heute um 14.00 Uhr trifft sich die A.B.-Gemeinschaft im David-Chytraeus-Saal. Sie sind alle herzlich eingeladen."