„Gans oder Möwe?“

Stefanie Nuß, neue Pfarrerin in Menzingen, warb für das Miteinander in der Gemeinde

ein Bericht von Martin Stock

Applaus in einem Gottesdienst nach einer Predigt ist nicht üblich. Dennoch gab es diesen spontan für Stefanie Nuß, die neue Pfarrerin für Menzingen, Oberacker und Landshausen bei ihrem Einführungsgottesdienst am 24. Januar 2016.

"Ich freue mich darauf, mit Ihnen Gemeinde zu bauen", hatte Stefanie Nuß zum Abschluss der Predigt gesagt und die Festgemeinde in der vollbesetzten Kirche applaudierte als Zustimmung zu ihren Worten und als Bekräftigung. Sie hatte als Thema das Bild vom Körper verwendet, das Paulus im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth beschreibt. Dabei dient ein Glied dem anderen, damit der Körper leben kann. "Sind Sie lieber erste oder zweite Geige, Möwe oder Gans?" hatte Stefanie Nuß gefragt. Die Antwort gab sie selbst: "Jesus spielt die erste Geige und wir stimmen ein. Möwen sind Einzelgänger, Gänse achten aufeinander und fliegen gemeinsam, um ihr Ziel zu erreichen." In diesem Sinn gelte es Menschen anzusprechen und für Jesus Christus zu begeistern. Der Gottesdienst war von viel Musik geprägt, ein Erbe des Vorgängers Gero Albert und eine Leidenschaft auch von Stefanie Nuß: Es sangen der Meola Kinderchor, die MenzSingers und die Gemeinde mit der Begleitung des Posaunenchores unter Lothar Gabriel. Dekanin Gabriele Mannich wies in ihrer Ansprache zur Einführung von Pfarrerin Nuß darauf hin, dass es in der Gemeinde wichtig sei, sich Zeit zu nehmen zum Hören, um dann "das hilfreiche Wort sagen zu können, das man sich nicht selbst sagen kann". Pfarrerin Nuß sagte in einem Interview zur Vorstellung ihrer Person, dass sie gerne auf dem Land lebe, Unehrlichkeit und Gerede nicht möge, dafür Lachen und schelmische Bemerkungen liebe. "In meiner Freizeit male ich gerne stricke, häkle oder höre Musik und singe sehr gern", sagte sie. "Außerdem bin ich Ehefrau, Mutter und Tochter." Die große Zahl der Grußredner wies auf die vielen Verbindungen hin, die die evangelische Kirchengemeinde hat. Mit originellen Geschenken und vielen guten Wünschen begrüßten sie die Pfarrerin. "Wir sind froh, dass künftig wieder Licht im Pfarrhaus brennt." Diesem Satz konnten alle zustimmen. "Ich bin überzeugt, dass mich Gottes Engel hierher geführt haben", sagte Pfarrerin Stefanie Nuß in ihrem Schlusswort und dankte Pfarrer Horst Nasarek für die Vakanzvertretung, Ulrike Schneid, der Pfarramtssekretärin für die zusätzlich geleistete Arbeit, Volker Geisel für die Begleitung der Konfirmanden und den Kirchenältesten sowie vielen anderen Ehrenamtlichen für die Übernahme von so mancher Sonderaufgabe.