Predigt zu Jesaja 66,1 und 2 zur Kerwe in Menzingen

In Menzingen ist die Kerwe heut.

Es feiern kleine und große Leut.

Das Fest um die Kirche erinnert daran,

wie´s einst mit dem Hause Gottes begann.

Ein Blick über den Markt - aber nicht zu schnell.

Es dreht zur Musik sich das Karusell.

Den Süßwarenstand hätt´s fast nicht gegeben

denn viele wollten nicht wieder erleben,

dass Spielzeugwaffen mit Kugeln aus Plastik

von kleinen Jungs gekauft werden hastig.

Und weil nun der Umsatz davon fällt aus,

hielt´s die meisten Süßwarenhändler zuhaus.

Es bleibt doch möglich, den Tag zu versüßen.

Im Haus unsrer Gemeinde wird sie begrüßen

das Kuchenteam. Dort kann in Ruhe man versuchen

am Nachmittag zwei oder drei Stück Kuchen.

Zum fröhlichen Fest da wird gelacht.

Und drum hab ich mir wieder gedacht:

`Ne Predigt in Reimen zu machen wäre gut.

Bei Versen man lieber zuhören tut.

Wir habe gehört aus dem letzten Kapitel

des Propheten Jesaja, der sucht das Mittel,

zu achten darauf, was Gott wohl gefällt.

Verlegenheit sich bei mir da einstellt.

Wir feiern zur Kerwe die Kirche am Ort.

Ob das denn passt zum göttlichen Wort?

"Was ist denn das für ein Haus überhaupt,

das ihr mir bauen könnt." Ist das erlaubt?

Ein Haus für den Gott des Himmels und der Erde,

der zu allem, was da ist, gesagt hat:"Es werde."

Für den ist doch jedes Haus zu klein!

Wer meint, man könnte Gott sperren hier ein?

So weist der Prophet uns auf Gottes Größe.

Ob wir uns heute geben müssen die Blöße,

dass wir unsern Gott zu klein oft machen

und meinen, wir müssten ihn so bedachen?

Dann reicht es, wenn Gott uns ist gewogen

und wir haben aus ihm Segen gezogen.

Mit mehr soll er kommen uns nicht in die quer.

Erzitternde Worte? Darauf verzichten wir sehr.

Wir müssen heut fast vor Kälte zittern.

Das Wetter könnt einen schier gar verbittern.

Davor der alte Spruch macht gefeit:

Hab Sonne im Herzen - ob´s stürmt oder schneit

Doch fast wär die Kerwe gefallen aus.

Heut Morgen krachte es vor unserem Haus.

Das Festzelt in sich zusammen brach.

Zu groß auf dem Dach wurd die Wasserlach.

Die Aktiven aus unserm Scholweverein,

die wollten einfach nicht lassen so sein,

Geschwind wurde ein Zelt zum Ersatz aufgebaut.

Voll Bewunderung mit mir auf diese Jungs schaut.

Eines ist sicher: Heut wird´ nicht passieren,

dass jemand muss sein Gehirn massieren,

um sich zu erinnern, dass er wohl vergessen,

den Schirm, als er hier in der Kirch hat gesessen.

Was hat der Prophet uns Gutes zu sagen,

wovon er gesprochen vor so vielen Tagen?

Und was hat das alles mit uns zu tun,

ob Gott will hier im Hause ruhn?

Die Nachricht Jesajas verblüffend ist nun.

Der große Gott will etwas Merkwürdiges tun:

Er macht sich selbst klein, passt in eine Krippe.

Er zeigt wie man lebt von der täglichen Schrippe.

So niedrig wird er, ganz klein und gering,

den schmachvollen Weg zum Kreuz er ging,

in Jesus wir sehen, wo unser Gott steht:

bei solchen, denen es elend geht.

Er ist als der Große bei denen zur Stelle,

die Fragen überfluten wie eine Welle,

die zerbrechen an Dingen, die sie nicht verstehn

im Leben, bei dem, was ihnen geschehn.

Wo´s uns dadurch die Sprache verschlägt,

die Sorge an unserem Lebensast sägt,

ergreift das Wort, spricht heilsam uns an:

"Ich der Große wurd klein. Denke immer daran.

Aufs Kreuz folgt Leben, ein neuer Beginn."

Da leuchtet auf der tiefere Sinn,

warum wir bauen Gott ein Haus:

um zu sprechen hier die Botschaft aus!

Wir feiern die Auferstehung des Herrn

und haben dabei Musik ganz gern.

Die Menzingers und der MeOLa-Chor

geben Töne und Rhythmen dazu oft vor

dank Uta Albert, die heut wird geehrt.

Denn lange schon groß und klein sie lehrt,

zu atmen und zu singen, dass schön es erklingt,

die Botschaft vom Leben in die Herzen dringt.

In Rot und Schwarz sind die Chöre zu betrachten.

Darauf tut sie immer ausdrücklich achten.

Entziehen kann sich da jemand kaum,

wenn himmlischer Klang erfüllt den Raum.

In Gesang und Gebet bringen wir hier vor,

was dringen soll an Gottes gnädiges Ohr:

unser Lob, unsre Freude und all unsre Sorgen,

wie mit seiner Erde es weiter geht morgen

und mit unserem eigenen kleinen Leben.

Wie gut: es wird stets für uns einen geben,

der sich selbst klein gemacht, um bei uns zu sein.

Mit ihm zu reden, darum kommen wir hier rein.

Das alles geschieht in Gottes Haus.

Gott schenke, dass wir oft hier gehen hinaus

voller Freude und Trost für die folgende Zeit

und zum Dienst an Mitmenschen ganz befreit.

Denn wenn Gott an der Seite der Elenden steht,

sollten wir auch, wenn gerade es uns gut geht,

in der Nachfolge Jesu dort sein zu finden,

um die wunden von Körpern und Seele zu verbinden.

Das sind manchmal Menschen, die nahe uns stehn,

die brauchen es, dass wir sie gut verstehn.

Ein andrer Mal ist es die Familie auf der Flucht

aus Syrien, die in Deutschland bei uns Hilfe sucht.

Das alles gehört ins Gespräch mit hinein,

soll dies ein wahres Haus Gottes sein,

in das Gespräch mit dem heilgen Gott,

der immer neu Leben schafft aus dem Tod.

Jetzt wisst ihr´s, liebe Christenleut,

darum feiern wir Kirchweih heut.

So sei´s in Jesu Christi Namen.

Darauf ich sprech nur noch: Amen.