Predigt zu Markus 4, 30-32

 zur Kerwe in Menzingen am 18. September 2011 

In Menzingen ist wieder Kerwe heute.

Dazu kamen früher ganz viele Leute

und zwar aus der ganzen Gegend umher,

sich Kleider zu kaufen und noch viel mehr.


Dagegen ist heute der Markt recht klein.

Denn alle kaufen im Kaufhaus ein.

Und doch werd ich nachher gern wieder gehn

mal über den Markt, um die Buden zu besehn.

 

Das Fest hat für mich jetzt einen andern Sinn.

In diesen Zeit ist´s ein Gewinn -

egal ob´s sonnig oder regnerisch und kalt -

es stärkt unsern örtlichen Zusammenhalt.

 

Die Kerwe erinnert auch immer daran,

wie´s einst mit dem Hause Gottes begann.

Zur Kirchweih steht drum die Kirch in der Mitte,

wenn dieses Jahr auch wir ändern die Sitte

 

und feiern den Gottesdienst hier im Zelt,

weil drinnen noch so manches fehlt.

Die Renovierung ist voll noch im Gange.

Ich hoffe, sie dauert nicht mehr all zu lange.

 

Seit mehreren Jahren find ich es fein,

zur Kerwe die Predigt zu halten im Reim.

Das braucht zwar vorher einige Zeit,

erhöht aber sehr die Aufmerksamkeit.

 

Im Gleichnis Jesu wir hören von dem Korn,

das scheinbar aussieht so klein und verlorn.

Und doch steckt in ihm eine große Kraft,

die unglaublich starke Bäume schafft.

 

Das Senfkorn in Israel ist so klein,

es muss wie ein Stecknadelkopf groß nur sein.

Doch wenn es geheimnisvoll ist gewachsen,

dann wird daraus wirklich – ohne Faxen –

 

ein Baum in der Höhe von zwei bis drei Metern.

In ihm können zwitschern und manchmal auch zetern

die Vögel – ein Zeichen für gutes Leben,

das Jesus im Gleichnis uns damit will geben.

 

Wo finden wir solche überraschende Erfahrung,

die unserer Seel gibt die nötige Nahrung?

Da treffen sich einige, wenige zum Singen.

Ganz klein fängt es an – ob das wird gelingen?

 

Nach Jahren ist gewachsen ein großer Chor.

Mit über vierzig Leuten erfreut er unser Ohr.

Was klein einmal anfing, wird endlich ganz groß.

Habt acht drauf, sagt Jesus, das ist ganz famos.

 

Noch klein begann auch einst ganz zart

der Handel in Menzingen in fairer Art.

Im Kindergarten fand seinen Platz

der Weltladen – senfkorngroß dieser Schatz.

 

Die Saat ist heute aufgegangen -

was einst ganz klein hat angefangen.

In neuen Räumen in der Linsengasse

verkauft wird eine viel größere Masse

 

an fairen Waren zu gerechten Preisen.

Das will in Menzingen schon etwas heißen.

Was klein einmal anfing, wird endlich ganz groß.

Habt acht drauf, sagt Jesus, das ist ganz famos.

 

Ein ander Mal trifft mich der Schmerz ganz tief,

weil Gott einen Menschen zu sich rief

und der mir jetzt fehlt. Wie soll das nur werden?

Wo finde ich Trost, neuen Glauben auf Erden?

 

Seht an das Senfkorn, sagt Jesus, so klein.

So klein wird Euer Glaube vielleicht sein.

Doch nach und nach wird er sich neu entfalten.

Ihr werdet neues Leben erhalten

 

im Herzen entdecken die Hoffnung, den Mut,

der dann nicht nur Euch selbst tut gut.

Da wächst etwas in euch wie ein Baum,

auch wenn ihr´s zuerst könnt glauben selbst kaum.

 

So werdet ihr bieten Raum zum Leben

wie der Baum für die Vögel im Gleichnis eben.

Wer Trost erfahren hat, kann weitergeben

vom Trost, den andere brauchen eben.

 

Mut-mach-Geschichten nenn ich Gleichnisse gern –

erzählt von Jesus Christus, unserm Herrn.

Was klein einmal anfing, wird endlich ganz groß.

Habt acht drauf, sagt Jesus, das ist ganz famos.

 

Vor einem Jahr zogen wir aus der Kirche aus.

Wie würd sie wohl werden - die Erneuerung von Gottes Haus?

So manche in Karlsruhe glaubten uns nicht,

dass dabei wird fallen ganz stark ins Gewicht

 

die Leistung von Ehrenamtlichen mit ihrer Kraft.

Was haben wir bis heute nicht alles geschafft,

weil Jüngere und Ältere wurden aktiv,

als Wilhelm oder Klaus zur Arbeit rief.

 

Dazu ist es einfach zum Staunen in der Tat,

was über die Jahre sich angesammelt hat

auf unserem Spendenkonto der Gemein.

Auch das kann uns ein Beispiel sein.

 

Da fängt etwas an mit ein paar Euros ganz klein.

Entscheidend wird dabei immer sein

der Blick drauf mit dem Senfkorn-Glauben,

den wir uns lassen von niemand rauben.

 

Dazu trugen bei auch ganz viele Spenden.

Wer tat nicht alles etwas senden!

Ob kleiner oder größer es gilt ohne Frage,

dass ich ihnen allen dafür herzlich Danke sage.

 

Auch möchte ich heute ganz herzlich danken

allen die mutig überschritten die Schranken,

das Projekt der Renovierung anzugehen.

Es ist schon etwas von dem Baum zu sehn.

 

Schön wird es werden im neuen Gewand

das Gotteshaus, das so lange schon stand,

um zu erzählen Mut-Geschichten,

gemeinsam Senfkorn-Glauben zu sichten.

 

Das schenke uns Gott, Geschichten zu teilen,

und so im Raum des Mutes zu verweilen.

Das bitte ich ihn in Christi Namen

und spreche darauf auch heute mein Amen.

 

Gero Albert